Analyse & Kommentar zu „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ 2026, Folge 17
In der siebzehnten Folge von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! 2026 wurde Gil Ofarim von den Zuschauern zum Dschungelkönig gewählt.
Der kontroverseste Dschungelkönig ever
Sonja Zietlow bestätigte am Finale, was sich bereits früh abgezeichnet hatte: Seit dem ersten Tag des Zuschauervotings lag Gil Ofarim deutlich in Führung. Sein Sieg war letztlich ein Start-Ziel-Erfolg. Offen blieb lediglich die Reihenfolge der Plätze zwei und drei, die Samira Yavuz und Hubert Fella belegten.
Betrachtet man ausschließlich Ofarims Zeit im Dschungelcamp, lässt sich gegen seinen Sieg wenig einwenden. Seine Strategie ging auf, er zeigte Einsatz in den Prüfungen, integrierte sich zunehmend ins Camp und erreichte das Finale folgerichtig. Innerhalb dieses begrenzten Rahmens stellt sich kaum die Frage, welcher der drei Finalisten die Krone eher verdient hätte. Die eigentliche Diskussion beginnt jedoch dort, wo viele Zuschauer bewusst trennen möchten: bei der Frage, ob man diesen Sieg losgelöst von der Vorgeschichte betrachten kann oder sollte.
Grundsätzlich gilt: Jeder Mensch verdient eine zweite Chance. Gleichzeitig existiert kein automatisches Anrecht auf öffentliche Rehabilitierung. Ob ein Neuanfang gelingt, entscheidet nicht der Betroffene allein, sondern das Publikum. Eine offen kommunizierte Entschuldigung, verbunden mit glaubhafter Reue und nachvollziehbarer Reflexion, kann dabei helfen – ist aber keine Garantie.
Juristisch wurde der Fall Ofarim vor Gericht abgeschlossen. Er entschuldigte sich dort beim betroffenen Hotelmitarbeiter, das Verfahren ist beendet. Formal ist die Sache damit erledigt. Weder der Öffentlichkeit noch seinen Mitcampern schuldet er rechtlich eine Erklärung. Umgekehrt schuldet das Publikum ihm jedoch auch keine Rückkehr zu alter Popularität oder kommerziellem Erfolg. Wer sich nach einem Skandal wieder öffentlicher Aufmerksamkeit stellt, muss akzeptieren, dass Zustimmung freiwillig bleibt.
Irritationen entstanden weniger durch den abgeschlossenen Rechtsstreit als durch Ofarims wechselnde Darstellung seines Schweigens. Zunächst berief er sich auf eine angebliche Verschwiegenheitserklärung, die es nach übereinstimmenden Berichten so nicht gegeben haben soll. Wahrscheinlicher ist eine Unterlassungserklärung, die bestimmte Aussagen untersagt, jedoch kein generelles Redeverbot darstellt. Später sprach sein Anwalt von einem „Maulkorb“, was juristisch eher als strategische Empfehlung denn als rechtliche Verpflichtung zu verstehen ist.
Im Camp selbst relativierte Ofarim diese Zurückhaltung, sprach von einem angeblichen „Freispruch“ – eine juristisch unzutreffende Darstellung. Richtig ist lediglich, dass er nicht vorbestraft ist. Zudem verwies er erneut auf bekannte Aspekte des Verfahrens: fehlende Sekunden in Videoaufnahmen, verspätete Sicherung von Beweismaterial, einen Zeugen zu seinen Gunsten. Diese Punkte waren jedoch bereits Teil der Ermittlungen und der gerichtlichen Bewertung. Neue Erkenntnisse ergaben sich daraus nicht.
Genau hier liegt für viele Beobachter das Unbehagen: Bekanntes wird erneut vorgetragen, teils in einer Weise, die den Eindruck erweckt, es habe eine größere Ungerechtigkeit oder gar Verschwörung gegeben. Dieser Eindruck mag subjektiv empfunden sein, prägt jedoch die öffentliche Wahrnehmung.
Letztlich bleibt es dem Publikum überlassen, wie es diesen Sieg einordnet. Ob Gil Ofarim zum Dschungelkönig gewählt wurde, weil er im Camp unter starkem Druck stand und Mitgefühl erzeugte – oder weil seine Deutungen der Vergangenheit auf Zustimmung stießen, wird sich erst langfristig zeigen.
Wie Sonja Zietlow selbst einordnete: Es wird hier kein Weltherrscher gekrönt. Die Krone besteht aus Blättern und Blüten, der Rahmen bleibt eine Gameshow.
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Astreine Prüfungen – die Finalisten lassen nichts anbrennen
Selten haben IBES-Finalisten so in den Dschungelprüfungen überzeugt wie diese 3.
14 von 15 Sternen sind eine Ansage. Als Belohnung stand dann auch das „letzte Abendmahl“, bei dem es sich Hubert, Samira und Gil richtig gut gehen ließen. Blendet man alles andere aus, war dies das schönste Segment dieser Finalfolge.
Dschungelprüfungen von Tag 17
Nichts sehen
Wann:
08/02/2026
Teilnehmer:
Gil Ofarim
Sterne zu gewinnen:
erspielte Sterne:
Aufgabe
Ablauf
Dschungelprüfungen von Tag 17
Nichts sagen
Wann:
08/02/2026
Teilnehmer:
Hubert Fella
Sterne zu gewinnen:
erspielte Sterne:
Aufgabe
Ablauf
Dschungelprüfungen von Tag 17
Nicht hören
Wann:
08/02/2026
Teilnehmer:
Samira Yavuz
Sterne zu gewinnen:
erspielte Sterne:
Aufgabe
Ablauf
Gewinner der Folge: RTL
Ja, Gil Ofarim hat das IBES-Finale gewonnen. Aber den Krieg um Marktanteile und Zuschauerzahlen hat RTL gewonnen. Teilweise Marktanteile von knapp 50% bei der „werberelevanten Zielgruppe“ – das muss die Konkurrenz erstmal verdauen. Von den Einnahmen durch die Telefonanrufe gar nicht erst zu reden. In anderen Trash-TV Shows geht es mit zum Teil demselben Personal krawalliger und extremer zu, dennoch zeigt RTL mit dem Mutterschiff des niederen Entertainments der Konkurrenz, wo der Hammer hängt.
Verlierer der Folge: alle anderen
Für Samira und Hubert sind Silber und Bronze nur ein schwacher Trost. Sie hatten von Beginn an keine Chance und werden auch nach dieser Show schnell an Sichtbarkeit verlieren. Bei den anderen Teilnehmern sieht es noch schlimmer aus oder erinnert sich jetzt noch jemand an Nicole Belstler-Boettcher?
Was sonst noch passierte
Simone Ballack verliert den Verantwortung über das Essen und weint darüber. Außerdem wurde sie von Verena Ofarim, der ex-Frau von Gil, vorgewarnt: Obacht, der wäre ein Manipulator. Gut, dass wir das jetzt auch wissen.
In Freiheit wird sie von ihrer Managerin aufgeklärt: Ja, Gil habe wohl Fans. Warum, wieso? Keiner weiß es.
Bauer Patrick erhält einen inszenierten Auszug, wie man es sich für den Cowboy nur wünschen kann. Wenn jetzt noch meine Partnerin hier wäre, säuselte er gedankenverloren auf seiner Picknickdecke. Und da stand sie auch schon vor ihm, wie aus dem Nichts. Die Attacke des Spucklamas möchten wir nicht unerwähnt lassen.
Fazit
Ich bin ehrlich gesagt nicht überrascht vom Ausgang dieser IBES Staffel. Dass der Gewinner von „ich bin ein Star – holt mich hier raus“ 2026 nur Gil Ofarim heißen konnte, war nach den Abstimmungsergebnissen der Dschungelkönig Umfrage so eindeutig wie lange nichts. Kann ich mit dem Ergebnis leben: ja. Natürlich.
Bin ich damit zufrieden: nein, nicht wirklich. Aber ich wüsste jetzt auch nicht, wem in diesem Cast ich die Krone sonst gewünscht hätte. Es war eine sehr anstregende und nervige Staffel. Zuviele Reality TV „Viecher“. Im Grunde nur 2 Themen. Und Ariel!